Leseprobe aus: Das Diktat des Durchschnitts von Rudi Treiber

© Britta Kummer

 

Als passionierter Bahnfahrer freue ich mich darauf, nach einer anstrengenden - aber sehr schönen - Florenzbesichtigung, die Heimreise nach Wien im Schlafwagen anzutreten. Ich möchte ausgeruht und erfrischt meinen Kurzurlaub beenden, den Strapazen einer langen Autofahrt im Stau entfliehen. Schon nach einer Stunde quält mich der Hunger und ich packe mein „Fresspaket“ aus, denn Speisewaggon gibt es leider keinen. So sehr freute ich mich darauf, während des Essens die Landschaft vorbeisausen zu lassen. Ruhig ist es jedoch nicht, denn der laut schreiende Rollwagenverkäufer will seine altersschwachen Wurstsemmeln und „Gewürzstangerl“ anbringen - die jeden Gaumen bereits beim Anblick erschaudern lassen und das zu einem Preis, der mehr als gesalzen ist. Enttäuscht sieht er mich essen und schiebt seinen Karren weiter durch die Gänge.

Vom tagelangen Hatschen, von einer Kulturstätte zur nächsten, schlafe ich trotz meiner 185 cm auf dem viel zu kurzem Hängebett schnell ein. Träume von Michelangelo und Leonardo da Vinci.

Das ältere Liebespaar ober mir turtelt herum, weckt mich damit und ich verdächtige sie scharfsinnig als »Seitensprüngler«.

Kaum bin ich wieder eingenickt, reißt ein junger Mann die Türe auf und schiebt einen riesigen Koffer in das ohnehin schon überfüllte Abteil. Ein „italienischer Koffer“ - auch der Besitzer. Ich wage es ihn vorwurfsvoll anzublicken, doch seine Augen, hinter den Neun-Dioptrien-Gläsern, zeigen keinerlei Reaktion. Bis er dann noch seinen schwabbeligen Körper in Schlafposition bringt, vergeht locker eine Stunde. Auf die Abendtoilette verzichtete er großzügig und man riecht das auch. „Latinlover“ schauen anders aus.

© Rudi Treiber

weiter gehts im Buch..

http://www.karinaverlag.at/products/das-diktat-des-durchschnitts-von-rudi-treiber/

 

Buchbeschreibung:

Über die Kunst zu leben und ein Leben für die Kunst.

Muss sich die Menschheit dem Diktat des Durchschnitts wirklich unterwerfen? Rudi Treiber schreibt auf ironisch witzige und kritische Art über die Fehler der Masse. Seine Bilder vollenden in diesem Werk die Kraft der Worte. Ein künstlerisches Buch über den Witz des Lebens.

ISBN: 978-3-9503916-7-1

Seiten: 144

 

Künstlerportrait: www.youtube.com/watch?v=Y5CXXTXSAD8&feature=youtu.be

Das Video zum Buch: www.youtube.com/watch?v=eOrZd6CBc7I

 

Über den Autor:

Rudi Treiber steht mit all seiner Kraft hinter seinen Vorhaben, war Lehrer, ist Musiker, Maler, Olivenbauer und Schreiber - als Schriftsteller will er sich nicht bezeichnen – und dies alles mit einer Leidenschaft und Konsequenz, die viele verblüfft.

Mit seinen Worten zeigt er die Fehler, Irrtümer und Irrglauben seiner Mitmenschen auf. Nimmt sich kein Blatt vor dem Mund um seine Meinung zu vertreten. Rudi Treiber versucht ein ehrlicher, gerechter Mensch zu sein und das zeigt er – vor allem in seinem künstlerischen Wirken. ein Mann, der noch die wahre Bedeutung des Wortes „Mensch sein“ lebt.

Er ist ein „Lebe Mann“ im positiven Sinn. Einer, der sich durch nichts und niemand von seinen Ideen abbringen lässt. Sich nicht dem Diktat der breiten Masse, dem Diktat des Durchschnitts unterwirft.

Dieses Denken ist bereits in seinen Bildern sehr stark zum Ausdruck gebracht, denn er malt, was er für gut findet und nicht das, was die breite Masse sehen will.

Seine Texte sind lebensnahe, bissig und ironisch, doch leider viel zu wahr um spekulativ zu sein. Die Worte Treibers lassen niemanden kalt und erhitzen so manchen. Ein ständiger Provokateur, intellektueller Kosmopolit, Träumer und Illusionist.

In seinen Texten, und in seiner Musik, teilt er seine Ansichten über Kindesmissbrauch, Drogen, Neonazis, Politik und Lügen der Menschheit. Aber er findet auch Platz für Sentimentales ohne Peinlichkeit.

Manch einer wird sich angesprochen fühlen, manch einer vielleicht seine Ansichten verbessern, manch einer wohl beleidigt sein. Doch genau das will er mit diesem Buch erreichen. Die Menschen aufrütteln und sie aus dem Diktat des Durchschnitts reißen.