Leseprobe aus „Sönnchens und Tröpfchens Erdenreise“

© Britta Kummer

 

Der kleine Sonnenstrahl Sönnchen lebte zusammen mit seinen Geschwistern bei seiner Mutter Sonne. An vielen Tagen im Jahr schickten sie Wärme und Licht Richtung Erde.

„Unsere Sonnenstrahlen sind sehr wichtig für die Menschen, die Tiere und die Pflanzen“, erklärte Mutter Sonne ihren Kindern an einem sonnigen Frühlingstag. „Ohne uns könnten sie nicht leben.“ Diese Worte brachten Sönnchen zum Nachdenken. Menschen? Tiere? Pflanzen? Darunter konnte er sich nichts vorstellen. Sie waren viel zu weit entfernt.

Jeden Tag wurde seine Neugier auf die unbekannte Welt größer. Sönnchen strengte sich mächtig an, um seinen Strahl bis auf die Erde zu schicken.

Doch so weit wie seine älteren Geschwister kam er nie. „Du bist noch viel zu klein“, machten sie sich über ihn lustig.

Sönnchen wurde immer betrübter. Seine Wärme und sein Licht begannen zu schwinden. „So geht das nicht weiter“, stellte Mutter Sonne entsetzt fest. „Bald wirst du kalt und trüb sein.“

Da hatte Sönnchens ältester Bruder Sonnenmann eine Idee: „Ich werde Sönnchen am nächsten sonnigen Tag mit auf die Erde nehmen. Dann kann er die Menschen, die Tiere und die Pflanzen kennenlernen.“

Mutter Sonne war skeptisch: „Wie willst du das machen, Sonnenmann? Sönnchen ist doch viel zu kurz, um die Erde zu erreichen.“ Doch der lange S o n n e n s t r a h l lachte nur und sagte: „Lass mich nur machen, Mutter Sonne!“

© Sabine Kugler

 

Buchbeschreibung:

Die jungen Zuhörer erfahren dabei auf anschauliche Weise etwas über die Bedeutung von Regen (Tröpfchen) und Sonne (Sönnchen) für Mensch, Tier und Pflanze.

Die Besonderheit dieses in bunten Aquarellfarben gehaltenen Bilderbuches ist sein Wendecharakter. Während „Sönnchens Erdenreise“ von einer Seite beginnt, muss das Buch umgedreht werden, um von der anderen Seite ausgehend „Tröpfchens Erdenreise“ lesen und betrachten zu können. In der Mitte entsteht – wie könnte es anders sein? - ein Regenbogen.

Sowohl Sönnchen als auch Tröpfchen würden so gerne einmal der Erde einen Besuch abstatten, obwohl sie eigentlich noch zu klein sind. Sie gehen dieses Wagnis trotzdem mit Hilfe ihrer älteren Brüder Sonnenmann und Tropfenmann ein. In Willi dem Kater und Flosse dem Fisch treffen sie auf zwei Tiere, die ihnen zeigen, dass sie einfach nur strahlen beziehungsweise nass sein müssen, um im Tierreich äußerst willkommen zu sein. In der Pflanzenwelt begegnen sie der Sonnenblume Heli und dem Schilfrohr Canna, die ihnen die lebensnotwendige Bedeutung von Sonne und Regen für die Pflanzen erklären. Zum Schluss stoßen sie auf die Mädchen Paula und Leonie, die Sönnchen und Tröpfchen letztendlich behilflich sind, auf einem Regenbogen wieder zu Mutter Sonne und Mutter Wolke zu reisen.

Der kleine Sonnenstrahl und der kleine Regentropfen erkennen, dass ihre Kraft für weitere Erdenreisen noch nicht ausreicht. Aber sie sind um einige Erfahrungen reicher und wissen nun, welch wichtige Aufgabe ihre Geschwister auf der Erde zu erledigen haben.

 

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